Interkulturelles Lernen im Ausland

Mit gepackten Koffern voll mit Vorfreude, Unsicherheit, einer Portion Mut und mit ein wenig Grundkenntnissen in der neuen Sprache sitzen die SchülerInnen des Wahlpflichtkurses „Interkulturelles Lernen“ der FSP 1 im Flugzeug oder im Zug, auf dem Weg nach Lettland, Spanien, Türkei, Schweden oder Österreich.

Seit einem halben Jahr haben sie sich intensiv auf dieses viermonatige Praktikum vorbereitet- sich mit der eigenen Kultur, Vorurteilen und den Zielländern auseinandergesetzt. Nun kann es endlich losgehen. Die Sprachkenntnisse sind nach 3 Monaten Sprachkurs zwar noch etwas bruchstückhaft, aber die SchülerInnen sind bereit, sich jetzt der Herausforderung zu stellen. Sie werden in pädagogischen Einrichtungen mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten und in kleinen Gruppen, alleine oder in Gastfamilien wohnen.

Von den langjährig mit der FSP1 zusammenarbeitenden Partnerorganisationen werden sie am Ziel in Empfang genommen, erhalten einen vertiefenden Sprachkurs und erfahren mehr über Land und Kultur. Eine Rund-um-die-Uhr Betreuung können die SchülerInnen aber nicht erwarten. Sie sind gefordert auch selbständig ihr Leben in einer fremden Umgebung zu meistern und gleichzeitig die Aufgaben der Schule umzusetzen. Nach der Orientierungsphase in den Einrichtungen werden sie ein eigenes Projekt mit den Kindern oder Jugendlichen planen und durchführen. Kein leichtes Unterfangen, wenn Hände und Füße manchmal die fehlenden Worte ersetzten müssen. Regelmäßig schreiben sie E -Mailberichte an ihre Hamburger LehrerInnen (TutorInnen), in denen sie ihre kulturellen Erfahrungen,  den Kontakt zu den Kindern und MitarbeiterInnen und ihr Projekt reflektieren. Besonders intensiv ist der Besuch der TutorInnen. Für ein paar Tage können die SchülerInnen „ihre Stadt“ – Riga, Barcelona … und die Einrichtungen zeigen sowie die vielen neuen Eindrücke verarbeiten. „So einen Kontakt hatten wir noch nie mit Lehrern“ kriegen die TutorInnen oft zu hören, da die gemeinsamen Aktivitäten und Gespräche vor Ort sehr intensiv sind.

Nach vier Monaten heißt es Abschied nehmen. „Diese Erfahrung kann einem keiner nehmen“. „Ich bin über mich hinausgewachsen“. „Ich weiß jetzt wie Fremde sich hier fühlen“. „Das kann ich jedem empfehlen“ sind die ersten Sätze, die die SchülerInnen nach ihrer Ankunft in Hamburg äußern. Nun tauschen sich die SchülerInnenim Wahlpflichtunterricht über ihre interkulturellen Erfahrungen in den verschiedenen Ländern aus, reflektieren diese und übertragen sie auf die pädagogische Tätigkeit in einer bunten Stadt wie Hamburg. Der Ansatz der „Vorurteilsbewussten Pädagogik“ ist hierbei grundlegend.

Wichtige Hinweise:

Die Möglichkeit der Teilnahme am Wahlpflichtkurs „Interkulturelles Lernen“ mit integriertem Auslandsaufenthalt besteht derzeit nur für Schüler und Schülerinnen, die im August ihre Ausbildung beginnen. Für Klassen, die im Februar an der FSP1 starten, gibt es diese Möglichkeit leider nicht.

Eine Informationsveranstaltung über die Arbeit im Wahlpflichtkurs „Interkulturelles Lernen“ findet am Donnerstag, den 06.04.2017 um 16.00 Uhr in der FSP 1 – Wagnerstraße 60 – statt.

Informationsblatt zu den Veranstaltungen interkulturelles Lernen in der ErzieherInnenausbildung

Ulrike Pusch, Corina Winiger (Beauftragte für Internationales)